„Zeit für Arbeit – mittendrin!“

Ergänzende Hinweise und Materialien zum Leitfaden für Leistungsanbieter und Unterstützer_innen von Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf

Vorbemerkung: Der Leitfaden und die Materialsammlung online

Wenn Leistungsanbieter neue Teilhabeangebote planen und regional umsetzen möchten, sind vielfältige fachliche Anregungen und Materialien hilfreich, die sich bereits in der Praxis bewährt haben. Dafür haben wir im Rahmen unseres Projekts "Zeit für Arbeit!" einen Leitfaden erarbeitet, der Ihnen genau das zur Verfügung stellt: eine praxisorientierte Arbeitshilfe, die Ihnen bei dem Aufbau und der Weiterentwicklung von innovativen arbeitsweltbezogenen Teilhabeangeboten in Betrieben und im Sozialraum für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf helfen kann. Diesen kostenlosen Leitfaden können Sie sowohl als gedruckte Broschüre in der Geschäftsstelle der BAG UB bestellen oder als PDF herunterladen.

Weiterführende Hinweise, Literaturempfehlungen und Materialien zu verschiedenen Gliederungspunkten finden Sie hier auf dieser Seite. Um den Leser_innen des Leitfadens die Nutzung dieser Materialsammlung zu erleichtern, haben wir die Inhalte den Gliederungspunkten des Leitfadens zugeordnet.

Gliederung

1. Einleitung

2. Grundlagen und Leitbilder

2.1 Bildung und Arbeit als Menschenrechte

2.2 Personenzentrierung: Der Mensch im Mittelpunkt

2.3 Teilhabe im öffentlichen Raum

2.4 Lernen und Arbeiten an Orten des allgemeinen Arbeitsmarktes

2.5 Chancengleichheit sicherstellen

3. Bausteine arbeitsweltbezogener Angebote in Betrieben und im Sozialraum

3.1 Persönliche Zukunftsplanung

3.2 Erschließung des Sozialraums und Arbeitsplatzakquise

3.3 Arbeitserprobung und arbeitsweltbezogene Bildung

3.4 Regelmäßige arbeitsweltbezogene Teilhabeangebote

3.5 Arbeit und Begegnung

4. Beispiele zur Organisation von Teilhabeangeboten

4.1 Einzelangebote, Tandems und Kleingruppen

4.2 Gruppenangebote

4.3 Außengruppe

4.4 Individuelles ambulantes Einzelangebot

5. Team-, Personal- und Organisationsentwicklung

6. Schluss: Perspektiven auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft


Internet-Links: Zuletzt geprüft am 06.03.2018

1. Einleitung

Dokumente und Links zu den Literaturempfehlungen:

Aktionskreis „Bildung ist Teilhabe“ (2017):  Empfehlungen zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung von Angeboten zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf; ohne Ortsangabe
Download PDF 

BAG UB u.a. (2016): Verbändeübergreifendes Positionspapier „Teilhabe statt Ausgrenzung! Jetzt den Rechtsanspruch auf berufliche Bildung und Teilhabe am Arbeitsleben für ALLE Menschen mit Behinderungen sicherstellen!“, Berlin
http://www.bag-ub.de/dl/ub/stellungnahmen/2016_08_Verbaendeuebergreifendes_Positionspapier_Teilhabe_statt_Ausgrenzung.pdf

BeB (Bundesverband evangelische Behindertenhilfe) (2010): Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit hohem Hilfebedarf. Handlungsempfehlung des Bundesverbands evangelische Behindertenhilfe e.V., Berlin
http://www.beb-ev.de/files/pdf/stellungnahmen/2010-02_handlungsempfehlung_taa_hoher_unterstuetzungsbedarf.pdf

Bundesvereinigung Lebenshilfe (2017): Forderungspapier „Berufliche Teilhabe für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf sicherstellen!“, Berlin
https://www.lebenshilfe.de/wData/downloads/themen-recht/arbeiten/BV-171214-Forderungspapier-Menschen-mit-hohem-Unterstuetzungsbedarf.pdf

 

2. Grundlagen und Leitbilder

2.1 Bildung und Arbeit als Menschenrechte

Zur individuellen Bedeutung von Arbeit:

Literatur:
Eine der bedeutendsten empirischen Forschungen zur sozialpsychologischen Bedeutung von Arbeit ist nach wie vor die Untersuchung von Marie Jahoda und Paul F. Lazarsfeld aus dem Jahre 1933 zu den persönlichen und familiären Auswirkungen von Arbeitslosigkeit:
Jahoda, Marie/Lazarsfeld, Paul F. (1975): Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch über die Wirkungen langandauernder Arbeitslosigkeit, Frankfurt a.M., 25. Auflage

Zum Begriff der Teil-Gabe sind noch nicht viele aussagekräftige Quellen zu finden. Hier ein paar Hinweise zum „Annähern“ an das Thema:

Fröhlich, Andreas (2015): Partizipation und Menschen mit schwerster Behinderung. In: Behinderte Menschen Heft 2/2015,  S. 25-30
www.andreas-fröhlich.eu/teil-haben-teil-sein-seinen-teil-dazu-geben/

https://diakonisch.wordpress.com/2012/05/28/teilhabe/

http://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_internet/senioren/klie_teilhabe_und_teilgabe.pdf

http://www.stadtkulturmagazin.de/2016/02/ueber-teilhabe-teilnahme-und-teilgabe-und-das-recht-nicht-mitmachen-zu-muessen/


Geschichte der Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf

Es ist lohnenswert, sich näher mit der historischen Entstehung unseres heutigen Verständnisses von Arbeit und Teilhabe für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf zu beschäftigen. Hier ist das Buch "... inklusive Arbeit" von Heinz Becker (Leitung der Tagesförderstätte Arbeiter-Samariter-Bund Bremen) zu empfehlen.

Seit den 1980er Jahren werden Beispiele der Entwicklung und Umsetzung von Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf dokumentiert. Seit den 1990er Jahren wurde eine Vielzahl von Best Practise-Beispielen veröffentlicht, die die Möglichkeiten der Teilhabe am Arbeitsleben für diesen Personenkreis deutlich machen, wenn die Arbeitsplätze individuell angepasst und entsprechende Arbeitshilfen entwickelt werden.

Auf der Grundlage dieser Konzepte und Praxisbeispiele entwickelten nach und nach engagierte Fach- und Leitungskräfte regelmäßige Arbeitsangebote vor allem in Tagesförderstätten in verschiedenen Regionen.

Die weitere Entwicklung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung wurde Schritt für Schritt durch neue gesetzliche Impulse befördert (z.B.: 1994: Benachteiligungsverbot im Grundgesetz; 2001: Sozialgesetzbuch 9; 2009: UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung). Die neuen rechtlichen Grundlagen und Bestimmungen wie Selbstbestimmung, Wunsch- und Wahlrecht, Personenzentrierung, Inklusion und Sozialraumorientierung wurden nach und nach auch unter dem Aspekt diskutiert, wie auch Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf inklusiv ausgerichtete Teilhabe erfahren können.

Literatur:

Becker, Heinz (1983): „Förderung durch Arbeit“ in der Bremer Tagesstätte für Schwerst- und Mehrfachbehinderte. In: Das Band 1/1983, S. 16-17

Fördergruppen der Lebenshilfe (2002): Unterstützte Beschäftigung in den Fördergruppen der Lebenshilfe gGmbH Berlin. In: impulse Nr. 21, Jan. 2002, S. 24-25, Hamburg

Becker, Heinz (2012): Arbeit, Inklusion und der Sozialraum von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf. Arbeitsweltbezogene Teilhabe durch Tagesstätten. In: Teilhabe 51 (2012) 3, S. 127-133.

Bildung und Arbeit für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf - Konzepte und Praxisbeispiele:

Hoffrichter, Reinhard/Zinn, Klaus (1998): „Arbeit für (schwerst)körper- und mehrfachbehinderte Menschen“. Ein Ziel - ein Weg! oder: ein Ziel und viele Wege? In: impulse Nr. 7-8, März 1998, S. 24-27

Juterczenka, Wibke (2013): Auf Achse. Arbeit für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf. In: impulse Nr. 67, 4/2013, S. 13-16

Kistner, Hein (2005): Arbeit und Bewegung. Entwicklungsfördernde Arbeit für Menschen mit schweren Behinderungen, Düsseldorf

Maier-Michalitsch, Nicola/Grunick, Gerhard (Hrsg.) (2013): Leben pur – Bildung und Arbeit für Menschen mit schweren und Mehrfachbehinderungen, Düsseldorf

Müller, Reiner (2015): LoLa. Betriebliche Arbeit für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf. In: impulse Nr. 72, 1/2015, S. 6-11

Niehörster Gabriele, Ruh-Hagel Karin, Müller Reiner (2014), »Arbeit ist möglich«. Arbeit und arbeitsweltbezogene Bildung für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf in der Tagesförderstätte der Spastikerhilfe Berlin eG, in: WfbM-Handbuch 22. Ergänzungslieferung 09/2014, S. 1-7

Informationen zu „Die Macherei. Beschäftigung und Bildung“:

www.evangelisches-johannesstift.de/behindertenhilfe/die-macherei-beschaeftigung-und-bildung

 

Forderung der Überarbeitung rechtlicher Grundlagen der Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf:

Literatur:

Hirsch, Stephan: Das zu fordernde Recht auf berufliche Bildung für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen, in: Hirsch, Stefan/Lindmeier, Christian (Hrsg.) (2006): Berufliche Bildung von Menschen mit geistiger Behinderung. Neue Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben, Weinheim/Basel, S. 186-201

Terfloth, Karin/Lamers, Wolfgang (2011): Berufliche Bildung für alle – außer für Menschen mit schwerer geistiger Behinderung? In: Teilhabe 50 (2011) 2, S. 69-76

Filme:

Zur verbändeübergreifenden Kampagne „Arbeit möglich machen!“ der Aktion Mensch von 2015 gehörten ein Flyer und drei Filme mit Praxisbeispielen, die unter anderem noch auf den YouTube-Kanälen der evangelischen Behindertenhilfe und der Lebenshilfe zu finden sind.

Arbeit möglich machen - Lernen für die Arbeitswelt  

Arbeit möglich machen – Gesellschaft mitgestalten

Arbeit möglich machen - Eigene Stärken einbringen

 

2.2 Personenzentrierung: Der Mensch im Mittelpunkt

Im Internet finden sich viele frei verfügbare Informationen zum Thema Personenzentrierung, wobei in Deutschland dieses Schlagwort direkt mit dem Konzept der Persönlichen Zukunftsplanung verbunden ist.

Viele Informationen und Kontakte bietet der Verein Netzwerk Persönliche Zukunftsplanung e.V.:
https://www.persoenliche-zukunftsplanung.eu

Weitere Literatur und Links:

Sievers, Ulla / Kremeike, Karin (2014): „Hier stehe ich im Mittelpunkt!“. Personenzentriertes Denken und Handeln in der Unterstützten Beschäftigung. Themenheft 2 der BAG UB, Hamburg
https://www.bar-frankfurt.de/fileadmin/dateiliste/rehabilitation_und_teilhabe/Internationale_Themen/infopool-bag-ub/materialien/Themenheft_2__FUB_Personenzentrierung.pdf

Bezogen auf Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf ist das bereits im Leitfaden erwähnte Fachbuch von Marlis Pörtner besonders empfehlenswert. Hier wird bewusst der Begriff „Personzentrierung“ verwendet, um deutlich zu machen, dass es jeweils um eine einzelne Person geht.

Pörtner, Marlis (2017):  Ernstnehmen – Zutrauen – Verstehen. Personzentrierte Haltung im Umgang mit geistig behinderten und pflegebedürftigen Menschen. 11. Auflage, Stuttgart

Unter nachfolgendem Link finden Sie vielfältige Informationen, Methoden, auch Lehrmaterialien zu Personenzentrierung, aber auch zur Geschichte der (Des-)Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderung und vielem mehr:
http://www.inklusion-als-menschenrecht.de

 

2.3 Teilhabe im öffentlichen Raum

Das im Leitfaden genannte Themenheft von Prof. Frank Früchtel zur Bedeutung des Konzepts der Sozialraumorientierung für die Unterstütze Beschäftigung können Sie auf der Website der BAR als PDF herunterladen oder bei der BAG UB in Hamburg als Broschüre bestellen.

Früchtel, Frank (2014): Raum ist Beziehung. Sozialraumorientierung und Unterstützte Beschäftigung, Themenheft 3 der BAG UB, Hamburg
https://www.bar-frankfurt.de/fileadmin/dateiliste/rehabilitation_und_teilhabe/Internationale_Themen/infopool-bag-ub/materialien/Themenheft_3__FUB_Raum_ist_Beziehung_-_SRO.pdf

Weitere Literatur:

Aberle, Lisa (2014): Sozialraumorientierung als Voraussetzung für Inklusion: Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung, Hamburg

Theunissen, Georg (2012): Lebensweltbezogene Behindertenarbeit und Sozialraumorientierung: Eine Einführung in die Praxis, Freiburg

 

2.4 Lernen und Arbeiten an Orten des allgemeinen Arbeitsmarktes

(keine Einträge)

 

2.5 Chancengleichheit sicherstellen

 (keine Einträge)

 

3. Bausteine arbeitsweltbezogener Angebote in Betrieben und im Sozialraum

3.1 Persönliche Zukunftsplanung

Unser Projektpartner Spastikerhilfe Berlin eG führt für die Beschäftigten Ausbildungskonferenzen mit den Methoden der Persönlichen Zukunftsplanung vor und hat dazu eine Dokumentation erstellt.

Auch hier noch einmal der Hinweis auf das Netzwerk Persönliche Zukunftsplanung, das viele Informationen und aktuelle Hinweise zu Veröffentlichungen und Weiterbildungen auf der Website bereitstellt:
https://www.persoenliche-zukunftsplanung.eu

Viele Veröffentlichungen zur Persönlichen Zukunftsplanung, auch zu Methoden und Arbeitshilfen, können Sie bei der BAG UB bestellen. https://www.persoenliche-zukunftsplanung.eu/materialien/bestellmoeglichkeiten.html

Dazu gehören:

Doose, Stefan (2014): "I want my dream!" Persönliche Zukunftsplanung. Neue Perspektiven und Methoden einer personenzentrierten Planung mit Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Buch mit umfassendem Materialienteil. 10. aktualisierte Auflage Neu-Ulm: AG SPAK Bücher

Netzwerk Persönliche Zukunftsplanung (2014): Kartenset "Persönliche Zukunftsplanung": Lebensstil-Karten, Hut-Karten, Dreamcards.

Die Kartensets sind eine einfache Möglichkeit eine Person in ihrer Lebenssituation, mit ihren Träumen und ganz verschiedenen Stärken, Fähigkeiten und Interessen kennen zu lernen. Sie werden oft in Kombination mit dem Buch "I want my dream" verwandt.

Kartenset: insg. 310 Karten, Neu-Ulm: AG SPAK Bücher.
Kombination: Buch "I want my dream!" und Kartenset "Persönliche Zukunftsplanung" Neu-Ulm: AG SPAK Bücher

Doose, Stefan; Emrich, Carolin; Göbel, Susanne (2014): Käpt’n Life und seine Crew. Ein Planungsbuch zur Persönlichen Zukunftsplanung. Zeichnungen von Tanay Oral. Netzwerk People First Deutschland (Hrsg.). 5. Aktualisierte Auflage Neu-Ulm: AG SPAK Bücher

Kruschel, Robert / Hinz, Andreas (2015): Zukunftsplanung als Schlüsselelement von Inklusion. Praxis und Theorie personenzentrierter Planung. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt KG

Sanderson, Helen / Goodwin, Gill (2013): Minibuch - Personenzentriertes Denken. Dt. Übersetzung Stefan Doose, Susanne Göbel, Oliver Koenig. HSA The Learning Community: Stockport.

Sievers, Ulla / Kremeike, Karin (2.Aufl.-06.2014): "Hier stehe ich im Mittelpunkt!" Personenzentriertes Denken und Handeln in der Unterstützten Beschäftigung. B 05 - Themenheft 2,  BAG UB (Hrsg.) 8,00 €

Emrich, Carolin; Gromann, Petra; Niehoff, Ulrich (2012): Gut Leben. Persönliche Zukunftsplanung realisieren - ein Instrument. 3. Auflage Marburg: Lebenshilfe-Verlag

Hinz, Andreas, Friess, Sabrina, Töpfer, Juliane (2012): Neue Wege zur Inklusion - Zukunftsplanung in Ostholstein. Inhalte - Erfahrungen - Ergebnisse. Marburg: Lebenshilfe-Verlag

Unter den oben genannten Link finden Sie noch weitere Literaturhinweise mit Bestellmöglichkeiten.

 

Weitere empfehlenswerte Internetseiten:

https://www.persoenliche-zukunftsplanung.eu/fileadmin/Webdata/Tagung-CH_A/Dokus/wie-organisiere-ich-eine-pzp.pdf

https://zukunftsplanungblog.wordpress.com/2017/10/16/persoenliche-zukunftsplanung-als-methode-der-assistenz-zur-persoenlichen-lebensplanung-%c2%a7-78-sgb-ix-neu/

Das Ich-Buch als wertvoller Bestandteil der Unterstützten Kommunikation:
http://mehralsworte.eu/das-ich-buch-in-der-uk/
https://akuk-online.de/attachments/article/218/Ich-Buch.pdf

Es gibt außerdem einige Filme zur Einführung in die Persönliche Zukunftsplanung:

“Persönliche Zukunftsplanung Dialog 04.04.2015“ - ein Film vom Netzwerk Persönliche Zukunftsplanung Südtirol. Der Film ist bei YouTube eingestellt worden:
https://www.youtube.com/watch?v=lRWzFd6JM3Q&feature=share

„barner 16 erklärt die Welt: Persönliche Zukunftsplanung“
https://www.youtube.com/watch?v=EHgQzEaZzYE&app=desktop

 

Abschließend noch zwei Informationen aus der Praxis, die als Anregung dienen können:

  • Ab 2018 wird die Persönliche Zukunftsplanung zum festen Bestandteil der Teilhabeplanung beim Leistungsanbieter Leben mit Behinderung Hamburg.
  • In Bremen hat ein Netzwerk Persönliche Zukunftsplanung von Leistungsanbietern sich darauf verständigt, sich in Absprache gegenseitig Moderator_innen für Persönliche Zukunftsplanung zur Verfügung zu stellen. Durch diese „kollegialen Dienstleistungen im Tausch“ sollen damit die z.T. hohen Kosten für Zukunftsplanungen deutlich gesenkt werden. Zugleich wird durch diese Vorgehensweise die Ergebnisoffenheit von Zukunftsplanungen besser möglich, da die Moderator_innen nicht zugleich Mitarbeiter_innen der Einrichtung sind, die die jeweilige Person mit Behinderung besucht.

 

3.2 Erschließung des Sozialraums und Arbeitsplatzakquise

Für das Konzept der Unterstützten Beschäftigung stellt der Ansatz der Sozialraumorientierung eine wichtige Ergänzung des personenzentrierten Ansatzes dar: Die einzelne Person wird damit zugleich als gesellschaftliches Wesen thematisiert. Durch seine vielfältigen sozialen Beziehungen hat sie entsprechend vielfältige Möglichkeiten der Teilhabe am Arbeitsleben, die es zu entdecken gilt.

Für die Erschließung von niedrigschwelligen Arbeitsmöglichkeiten in Betrieben und in sozialen Quartieren ist der Ansatz der Sozialraumorientierung von entscheidender Bedeutung. Dies zeigt Klaus Kistner vom Verein “Arbeit und Begegnung e.V.“, wenn er seine schrittweise Erschließung des regionalen Sozialraums und die damit verbundenen Aktivitäten z.B. in EU-Gremien oder im städtischen Arbeitskreis Inklusion beschreibt. Diese gemeindenahen Aktivitäten waren z.T. relativ zeitaufwändig, langfristig aber sehr lohnenswert: Der Gedanke der betrieblichen und sozialräumlichen Teilhabe von Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf wurde dadurch nach und nach in wichtigen regionalen Arbeitskreisen aufgenommen. Dadurch entstanden eine Vielzahl neuer Kontakte und Kooperationen mit öffentlichen und betrieblichen Auftraggebern und ein nachhaltiges Verständnis in der Region für die Teilhabeziele und Arbeitsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung.

Klaus Kistner, Tagungsbeitrag Kassel

Klaus Kistner, “Arbeit und Begegnung”. Teilhabe am Arbeitsleben mit hohem Unterstützungsbedarf, S. 22-23, in: Das Band. Zeitschrift des BVKM e.V., 6/2014

Ein eindrucksvolles Beispiel für die sozialräumliche Erschließung von Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung entstand in Bamberg: Die Bamberger Lebenshilfe-Werkstätten entwickelten ein gemeindenahes Bildungs- und Arbeitskonzept, mit dem bislang über 120 Beschäftigungsplätze in und um Bamberg entstanden. Formal handelt es sich dabei um ausgelagerte Werkstattplätze. Näheres können Sie auf der Website von integra MENSCH und in der Buchveröffentlichung über das „Bamberger Modell“ nachlesen.

http://www.integra-mensch.de

Basener, Dieter / Häußler, Silke (2008): Bamberg bewegt. Integration in den Arbeitsmarkt: Eine Region wird aktiv. Hamburg

Eichner, Kuno (2009): Sozialraumorientierte Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts.

www.beb-ev.de/files/pdf/2007/dokus/wfbm/WS_09.pdf

Zu empfehlen ist auch der Artikel „Persönliche Zukunftsplanung als Methode für Inklusion?
Personenzentriertes und sozialraumorientiertes Denken, Planen und Handeln“ von Stefan Doose, der den Zusammenhang von Persönlicher Zukunftsplanung und Sozialraumorientierung veranschaulicht.

http://www.inklusion-sh.eu/uploads/media/PZP_und_Sozialraumorientierung_Einf%C3%BChrung.doc

 

3.3 Arbeitserprobung und arbeitsweltbezogene Bildung

Für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf liegen bundesweit nur einzelne Beispiele differenzierter Konzepte zur arbeitsweltbezogenen Bildung vor. Unter anderem haben drei der Projektpartner des Aktion Mensch-Projekts „Zeit für Arbeit!“ solche Bildungskonzepte entwickelt:

  1. „Feinwerk“ ist ein zweijähriges Berufsbildungsangebot von Leben mit Behinderung Hamburg für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf.
    https://www.lmbhh.de/angebote/arbeit/feinwerk/
    Das Buch "Ich kann mehr" von Leben mit Behinderung Hamburg beschreibt mit dem Angebot „Feinwerk“ Grundlagen und praktische Möglichkeiten der Realisierung beruflicher bzw. arbeitsweltbezogener Bildungsangebote für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf.
    Leben mit Behinderung (Hrsg.) (2011): Ich kann mehr! Berufliche Bildung für Menschen mit schwerer Behinderung, Hamburg
    Sie können dieses Buch beim Verlag 53 Grad Nord bestellen. https://www.53grad-nord.com

  2. Auch in den Tagesförderstätten der Spastikerhilfe Berlin eG starten die Beschäftigten mit einem differenzierten arbeitsweltbezogenen Bildungsangebot, das mehrere Jahre lang dauern kann und individuell angepasst wird.
    Das Konzept wird in folgendem Artikel näher dargestellt:
    Niehörster, G., Ruh-Hagel, K. & Müller, R. (2014): „Arbeit ist möglich“ Arbeit und arbeitsweltbezogene Bildung für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf in der Tagesförderstätte der Spastikerhilfe Berlin eG.
    In: WfbM-Handbuch. Ergänzbares Handbuch Werkstatt für behinderte Menschen. Hrsg. von der Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. 22. Ergänzungslieferung September 2014. Marburg.
    Der Artikel ist online verfügbar:
    http://www.spastikerhilfe-berlin-eg.de/fileadmin/Dokumente/Aktuelles/Artikel_HB-WfbM_BV-LH_-_TFS-SHBeG_Arbeit_ist_moeglich_2014.09.10.pdf

  3. Die Lebenshilfe Gießen hat für die Beschäftigten ihrer Tagesförderstätten einen Eingangsbereich eingerichtet, der in vier Phasen der arbeitsweltbezogenen Orientierung und Bildung aufgegliedert ist.
    Im „Kompetenzzentrum berufliche Bildung“ wird zugleich mit dem Berufsbildungsbereich der Werkstätten der Lebenshilfe Gießen kooperiert. Außerdem werden die Bildungsangebote insbesondere in der vierten Phase des Eingangsbereichs zunehmend in Kooperation mit betrieblichen und sozialräumlichen Auftraggebern gestaltet.
    https://www.lebenshilfe-giessen.de/wohnen_arbeiten_freizeit/arbeiten/tagesfoerderstaetten/standort_giessen_eingangsbereich/

Hier können Sie die im Leitfaden erwähnten Bildungsmodule herunterladen:

  1. Bildungsmodul Saftladen
  2. Bildungsmodul Plakate
  3. Bildungsmodul Redaktion

Die Projektpartner Lebenshilfe Worms und Lebenshilfe Gießen haben außerdem im Rahmen des Aktion Mensch-Projekts „Zeit für Arbeit!“ gemeinsam einen Konzeptentwurf „Arbeitsweltbezogene Bildung im Sozialraum“ erarbeitet, den Sie hier herunterladen können.

 

 3.4 Regelmäßige arbeitsweltbezogene Teilhabeangebote

Im Rahmen des Aktion Mensch-Projekts „Zeit für Arbeit!“ haben die Projektpartner eine Vielzahl von Best Practise-Beispielen erarbeitet, die zeigen, wie regelmäßige arbeitsweltbezogene Teilhabeangebote in Betrieben und im Sozialraum konkret aufgebaut und gestaltet werden können. Diese Beispiele wurden ausführlich dokumentiert: HIER finden Sie

  • Projektdokumentation der Projektpartner
  • Artikeln
  • Beiträge für Fachtagungen sowie
  • mehrere kurze Filme.

Weitere Literatur:

Juterczenka, Wibke; von Jarmerstedt, Marion (2016): Ali Reza Detlefs: „Schönen Dank für die Arbeit“, in: Klarer Kurs 04/2016, S. 17, Hamburg

Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (BVKM) (Hrsg.) (2014): „Ich hab‘ zu tun!“ Arbeit für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf. Schwerpunkt-Ausgabe von: Das Band. Zeitschrift des BVKM e.V., 6/2014

Siehe auch die Hinweise unter 2.1, dabei sind auch die drei Filme von Aktion Mensch, die Best Practise-Beispiele von Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf aufzeigen.

 

3.5 Arbeit und Begegnung

Die Kapitelüberschrift bezieht sich auf ein Konzept, das der Verein „Arbeit und Begegnung e.V.“ vertritt. Der Verein realisiert vorrangig in Niedersachsen arbeitsweltbezogene Teilhabeangebote in Betrieben und im Sozialraum. Teilhabe, Begegnungen und persönliche Kontakte stehen dabei im Vordergrund. Das Konzept „Arbeit und Begegnung“ zeigt differenziert auf der Grundlage fundierter Praxiserfahrungen Möglichkeiten der arbeitsweltbezogenen Teilhabe auch für Menschen mit sehr schwerer Behinderung und komplexem Unterstützungsbedarf auf. Auf der Website finden sich auch Informationen zu einzelnen Kooperationspartnern und damit verbundenen Arbeitsangeboten. http://arbeit-und-begegnung.de

Klaus Kistner hat in seinem Referat anlässlich der Abschlusstagung des Projekts „Zeit für Arbeit!“ das Konzept präsentiert und mit vielen Beispielen veranschaulicht:
Vortrag von Klaus Kistner
PowerPoint von Klaus Kistner

 

4. Beispiele zur Organisation von Teilhabeangeboten

 

4.1 Einzelangebote, Tandems und Kleingruppen

Das im Leitfaden beschriebene Praxisbeispiel von Herrn Ö. wird u.a. auch in diesem Film dargestellt:

ASBBremen_Inklusionstage from BAG UB e.V. on Vimeo.

Der ASB Bremen hat außerdem eine Vielzahl an Praxisbeispielen in einer Best Practise-Broschüre dokumentiert.

 

4.2 Gruppenangebote

Die Gruppenangebote der Lebenshilfe Gießen sind ausführlich in der Projektdokumentation unseres Projektpartners beschrieben.

Über das Teilhabeangebot „Saftladen“ der Lebenshilfe Worms können Sie sich auf vielen Wegen näher informieren:

 

4.3 Außengruppe

Über den im Leitfaden beschriebenen „Kiezladen“ der Spastikerhilfe Berlin eG können Sie ebenfalls viele nähere Informationen online beziehen:

Über den BoXXShop der Boxdorfer Werkstatt und der Tagesförderstätte Boxdorf in Nürnberg können Sie sich hier informieren: https://www.boxxshop.de/

 

4.4 Individuelles ambulantes Einzelangebot

Über die „individuelle Wochenstruktur“ von Leben mit Behinderung Hamburg können Sie hier mehr erfahren:

-    Erste Erfahrungen: Individuelle Wochenstruktur

-    Best Practise-Beispiel Individuelle Wochenstruktur

  

5. Team-, Personal- und Organisationsentwicklung

Hier finden Sie Dateien zum Download zu den Literaturangaben im Leitfaden:

Aktionskreis „Bildung ist Teilhabe“ (2017): Empfehlungen zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung von Angeboten zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, ohne Ort

Becker, Heinz (2016): Erfolgskriterien für arbeitsweltbezogene Teilhabeangebote. 12.12.2016 Fachtag
„Auf dem Weg in den Sozialraum“ – BAG UB Projekt „Zeit für Arbeit“, Bremen

Becker, Heinz/Juterczenka, Wibke (2017): Das Leben verändert sich. Aus der Tagesstätte in den Sozialraum und in die Betriebe: Neue Ziele und Herausforderungen für die Organisation, in: impulse 2/2017 (Nr. 81), S. 12-19, Hamburg

Weitere Hinweise:

Anregungen für die schrittweise Umsetzung von Inklusion und Mitgestaltung von Veränderungsprozessen bei der Organisationsentwicklung und kommunalen sozialpolitischen Arbeit bietet das folgende Praxishandbuch:
Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft (Hrsg.) (2010): Inklusion vor Ort. Der Kommunale Index für Inklusion – ein Praxishandbuch, Bonn

Hilfreiche Methoden zur Gestaltung der Organisationsentwicklung kann außerdem die „Theorie U“ bieten. Sie mag auf den ersten Blick für einige „Praktiker“ etwas sperrig erscheinen, bietet aber vielfältige Anregungen zur gemeinsamen Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen und Visionen von Teams und Organisationen.

Scharmer, C. Otto (2013): Theorie U. Von der Zukunft her führen, Heidelberg

Weitere Literatur:

Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft (Hrsg.) (2015): Inklusion auf dem Weg. Das Trainingshandbuch zur Prozessbegleitung, Bonn

 

6. Schluss: Perspektiven auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft

Die relevanten in verschiedenen Netzwerken erarbeiteten Positionspapiere finden Sie in den Hinweisen zur Einleitung (Kapitel 1).